Montag, 29. August 2011

Ni hao China



Nach den gut zwei Wochen im Athletes Village in Shenzhen bedeutete der Flug von Shenzhen nach Guilin gleichzeitig auch den Schritt ins „richtige“ China. Also jenes ohne tausende von Volunteers, ohne 24h McDonalds und Foothall, dafür dem „wahren“ Gesicht Chinas und seinen Bewohnern. Doch auch dieses Gesicht ist sehr freundlich – jedoch spricht wenig überraschend praktisch niemand mehr Englisch. Somit wurde die Kommunikation meistens mittels Händen und Füssen bewältigt – manchmal aber einfach auch mit einem Lachen und der Feststellung, dass entweder ich der anderen Person oder diese mir niemals das sagen kann, was sie bzw. ich will, ohne dass einer von uns zuvor einen Sprachkurs gemacht hätte :) So, just let it be...

Zuerst verbrachten wir zwei Tage in Guilin. Auf dem Programm stand unter anderem eine Radtour – typisch Touristen halt! Dies war ziemlich abenteuerlich, da Verkehrsregeln hier eigentlich inexistent sind. Einzig an grösseren Kreuzungen gibt es so etwas wie eine Ampel, welche die meisten beachten. Da der ganze Verkehr allerdings in einem relativ gemütlichen Tempo rollt und er zu ca. 80% aus Mopeds besteht, ist das Ganze jedoch nicht so gefährlich, wie es vielleicht von „aussen“ aussieht. Aber abenteuerlich war es auf jeden Fall!

Die Umgebung und Vegetation in Guilin und unserem zweiten Stopp, Yuangshuo, ist sehr interessant. Grundsätzlich ist es flach, es hat jedoch ganz viele kleine Hügel, welche ein sehr schönes Bild ergeben. Das Wetter ist auch etwas angenehmer als in Shenzhen. Es ist zwar an einem sonnigen Tag immer noch über 30° warm, allerdings ist die Luftfeuchtigkeit bedeutend tiefer und so schafft man es doch, einmal einen ganzen Tag das gleiche T-Shirt zu tragen, ohne dass dieses durchnässt ist.

Von Guilin nach Yangshuo gelangten wir auf einem Schiff. Die ersten zwei Stunden erlebte ich nicht so viel mit – die letzte Nacht steckte noch etwas in den Knochen, resp. Vodka/Grüntee im Blut und die Müdigkeit im Körper. Vodka/Grüntee ist hier das Pendant zu Vodka/Red Bull und schmeckt ziemlich lecker. Jedoch gilt es auch bei dieser Mischung anzumerken, dass das Verhältnis 1:1 auch bei dieser Mischung ziemlich stark ist ;) Danach kamen wir noch auf die glorreiche Idee im Fluss zu baden, welcher nicht gerade die Wasserqualität eines Schweizer Bergsees hat – also nüchtern hätten wir es wohl nicht gemacht. Aber hey, man hat ja keine Wahl, wenn der Pool völlig überraschend um 03:00am geschlossen ist - Frechheit!

Anyway, auf alle Fälle hatte wohl diese Schiffahrt resp. die Verpflegung darauf Auswirkungen auf meine nächsten 36 Stunden. Denn gegen Abend fühlte ich mich entsprechend dem Motto „ich bin auch ein Vulkan“. Kein Ahnung, was mein isländischer Name wäre – aber hoffentlich nicht so kompliziert wie 'Eyjafjallajökull' – aber es brodelte ganz schön in mir drin. Ich war jedoch nicht der einzige, dem es so erging. Aber im Gegensatz zu anderen erholte ich mich ziemlich schnell wieder. Ich brauchte einfach einen Day-Off, an welchem ich hauptsächlich das Hotelzimmer sah und ca. 16 Stunden schlief. Aber mit dem muss man wohl rechnen, wenn man in Asien am reisen ist.

Nach insgesamt vier Tagen ging es dann noch an einen dritten Ort weiter, welcher etwas nördlich von Guilin liegt – Longsheng. Dort fuhren wir zuerst mit dem Bus hoch und danach noch gut 20min zu Fuss weiter nach ganz oben, bis wir schlussendlich auf einer Reisterrasse waren, wo es ein kleines Dorf gab. Dieses machte ein wenig den Eindruck, als wäre es ein kleines Skiresort in den Alpen, da praktisch alle Gebäude aus Holz gebaut waren. Und auch die Topografie glich ziemlich stark einem Skigebiet, da die Reisterrassen ganz schön steil sind. Das Schönste war aber eigentlich, dass es endlich wieder einmal ruhig war! Etwas, das in den letzten Tagen eher selten war. Entweder gab es drei verschiedene Musikmelodien, welche sich aus den umliegenden Kaffees „suboptimal“ ergänzten, oder das Hupkonzert war noch etwas lauter. Denn im Hupen haben die Asiaten wohl den Weltmeistertitel – sie üben aber auch dementsprechend viel! Und falls es mal ruhiger gewesen wäre, blinkten sicherlich 1000 Lichter, denn das ist in Asien auch gaaaanz wichtig: je farbiger, desto besser! Doch hier oben war alles etwas anders. Alles etwas leiser, etwas weniger Leuchten aus allen Richtungen und die Luftqualität bedeutend besser. Und der Sternenhimmel war auch ziemlich beeindruckend. Nicht, dass ich so emotional geworden wäre wie der Typ mit den Double-Rainbows :), aber es war doch ganz schön. Und am Morgen sahen wir dann den Sonnenaufgang über den Reisfeldern.

Und so konnte ich in den vergangenen Tagen doch sehr tiefe Einblicke in die chinesische Kultur werfen und viele Sachen erleben. Angefangen bei der Radtour, ein Badminton-Match gegen Einheimische (nein Schelling, ich glaube auch für dich wäre es eng geworden!), eine Besichtigung in einer Tropfsteinhöhle, eine Schiffahrt, eine Flossfahrt mit Wasserschlacht, unzählige Märkte, local Beer, Vodka/Grüntee und Schlangenschnapps, Chinesische Malerei, Seidenfabrik, Perlen, Teeplantage und chinesisches Essen – wobei ich von letztem für den Moment zwischenzeitlich doch etwas genug hatte und nicht sooo traurig war, dass zum einen in Yangshuo gleich ein KFC neben unserem Hotel stand und wir zum anderen gestern Mittag Pizza hatten.

Nun bin ich gerade am Flughafen in Guilin und gleich geht es weiter nach Hong Kong. Mal schauen, was mich in den nächsten beiden Tagen in dieser Weltstadt erwartet – aber ich denke, es wird noch einmal ziemlich awesome! Ni hao an alle zu Hause und bis bald!


Montag, 22. August 2011

Discovering the other side...



Nachem wir seit Samstag den letzten Wettkampf durch haben, entdecken wir langsam, was es ausserhalb des Villages und des Velodromes noch so zu sehen gibt! Unser "culture-clash" begann mit einem richtigen chinesischen Essen - ich kenne nun also auch den Unterschied zwischen dem "europäischen" Chinese Food und dem "Richtigen". Dieser besteht darin, dass zum einen grds. ALLES gegessen wird und zudem auch noch alles davon. Wenn man bei uns also bspw. Ente bestellt, kriegt man quasi das Filet, wohingegen man hier gleich das ganze Ding kriegt, grds. immer auch mit dem Kopf und Füssen etc dazu. Dies hat zur Folge, dass man etwas vorsichtig sein muss, wenn man herzhaft in ein Stück Fleisch reinbeissen will, da es eigentlich immer noch Knochen, Knorpel oder anderes Zeugs dran hat. Ich weiss ehrlich gesagt nicht, was wir alles gegessen haben - nein, Hund wohl nicht, aber es war einiges dabei!
Eingeladen wurden wir vom CEO von CCN, dem Ausrüster unserer Raddresses, und nach dem Nachtessen gings dann noch weiter... so gab es eine erste Einführung in chinesische Trinkspiele und das Nightlife - Fazit: it was a blast.

Daneben hatten wir nun endlich Zeit, die Stadt Shenzhen das erste Mal zu erkundigen. Wir fuhren mit dem Bus in die Stadt und da wir noch nichts gegessen hatten, mussten wir erst einmal "den Tank füllen" - da es allerdings nicht ganz einfach war, etwas "normales" zum Frühstück zu bekommen und wir nicht in irgend ein chinesisches Restaurant wollten (da man uns davon abgeraten hatte), entschieden wir uns für den KFC - jaja, etwas offen für neue Kulturen muss man ja sein ;)

Shopping stand auch ein wenig auf dem Programm - allerdings hielt sich meine Ausdauer diesbezüglich ziemlich in Grenzen. Die Mall mit all den gefakten Artikeln war zwar lustig, allerdings hat man es nach 20 Minuten gesehen, da es eh auf jeder Etage 10 Mal das Gleiche gibt: Elektronik, Schuhe, Tücher, T-Shirts und Uhren. Bei den Uhren war es übrigens noch ganz witzig: da ich ja ab März bei IWC arbeiten werde, nahm es mich wunder, wie gut die Fälschungen hier sind. Deswegen wollte ich einmal ein paar Modelle anprobieren. Das Angebot war zwar riesig im Katalog, allerdings dauert es rund 20 Minuten bis sie dann das jeweilige Modell auch tatsächlich in ihrem 1.5 x 3 Meter-Laden haben - und dazu hatte ich keine Lust. Als sie allerdings meine Tag Heuer am Handgelenk entdeckte schaute sie schon sehr genau hin und fragte, ob ich diese hier gekauft hätte. Als ich ihr dann klar machte, dass dies keine Fälschung sei sondern ein Original, glaubte sie mir dies nicht und deshalb drückte sie mal auf den Knopf auf der Seite für den Chronographen - und als sich dann plätzlich der Zeiger bewegte, schaute sie mich ziemlich verdutzt an... ich glaube, sie hat zum ersten Mal gesehen, wie so eine Stoppuhr funktioniert :) Die werden sich wohl auch immer gefragt haben beim fälschen, wieso es bloss diese blöden Knöpfe auf der Seite gibt, haha.


Auch sporttechnisch konnten wir den Horizont noch etwas erweitern. Zum einen machten wir einen Besuch in der Schwimmhalle, zum anderen stand auch das Finale im Basketball der Herren zwischen Kanada und Serbien auf dem Programm, was leider von Letztgenannten gewonnen wurde. Allerdings blieb das Spiel unter meinen Erwartungen. Habe mir schon etwas mehr erhofft, als ich gehört habe, dass bspw. die USA drei NBA-Drafts mit im Team haben - hat ihnen allerdings nichts genützt, da sie bereits im Viertelfinal ausgeschieden sind.
Das Highlight war aber klar das Final der Frauen im Beachvolleyball - natürlich nur aufgrund des hohen technischen Niveaus dieser Sportart, was denn sonst?!? Allerdings war es gefühlte 50° warm auf dieser Tribüne, die voll in der Sonne war! Aber der Typ in diesem Maskottchen-Kostüm hatte definitiv noch den härteren Tag! :p

Das Village hat sich in der Zwischenzeit zu einem grossen Bazar gewandelt - jeden Abend wird fleissig alles getauscht, was irgendwo eine Flagge oder einen Namen drauf hat. Dabei geht es wirklich sehr lustig zu und her: Die Afrikaner machen Musik und singen, um ihre Sachen zu verkaufen. Die Hong Kong Chinesen haben fast schon einen professionellen Stand aufgestellt, in dem sie fast alles anbieten. Die schweizer Sachen sind ziemlich beliebt - mein absolutes Highlight war ein Afrikaner, der unsere Velo-Regenjacke trug, welche richtiggehend leuchtete. Er sah zwar nicht so aus, als würde er die Regenjacke bei sich zu Hause jemals brauchen können, aber ich sah wohl noch nie einen glücklicheren Menschen in einer Regenjacke als ihn :) Werde versuchen, das Bild asap hochzuladen!

Mit dem Internet im allgemeinen und Blog und Facebook im besonderen ist es hier nicht ganz einfach, da dies zensiert ist und so muss man immer über den eigenen Laptop und den VPN Client rein. Deshalb und vor allem auch aufgrund des doch eher straffen zeitlichen Programms (bspw. um 09:00 ein DC Meeting, wenn man vom Ausgang nach Hause kommt... pff!) gab es leider etwas weniger News als ich das einmal geplant hatte. Die nüchternen Momente werden zur Zeit anders genutzt ;)

Seit Mittwoch Morgen um 05:15 und 45 Minuten Schlaf (Schlussfeier in der Stadt, McDonalds im Village, Bier, Packen, letztes Trading von Kleidern) bin ich nun noch eine Woche durch China am reisen mit Schluss in Hong Kong. Dazu wird es hoffentlich bald mehr zu lesen geben.

Das wärs also einmal für den Moment aus dem chinesischen Hinterland! cya




Donnerstag, 18. August 2011

and it goes on and on....




... nach den Medaillen Nummer 3 und 4 im MTB sorgte Bernhard Oberholzer heute für den nächsten Coup und holte im Punktefahren der Männer auf der Bahn die Silber-Medaille! Somit steht das Cycling Team mittlerweile bei sage und schreibe fünf Medaillen! Wir hoffen, dass die anderen Sportarten auch bald nachziehen werden, denn bis jetzt sind wir die einzigen, die Medaillen gewinnen konnten.

Heute Nachmittag habe ich mit Beni zusammen im Taxi noch die Strecke für das Mannschaftszeitfahren begutachtet: 3 spuriger Highway! But crazy China: der Taxi-Fahrer hielt einfach mal an auf der rechten Spur (kein Pannenstreifen), dann noch mal in der Ausfahrt um die Karte anzuschauen - business as normal here...
Ok, wahrscheinlich gehen wir morgen da auf der Autobahn trainineren - ich geb's zu, auch nicht ganz normal...

Gestern waren wir das erste Mal auch noch an einem anderen Wettkampf beim zuschauen - Leichtathletik stand auf dem Programm. Schickes Ding, dass die Chinesen da hingepflanzt haben mit 60'000 Sitzen! Pas mal... vor allem am Abend, wenn es blau und violett leuchtet!

Mittwoch, 17. August 2011

Daily life an der Universiade

Wie merkt man, dass es draussen heiss ist? Unter anderem, wenn man ins Zimmer kommt, in welchem man eine Klimaanlage hat und denkt "boah ist das kalt hier drin, welcher Idiot hat das Ding wieder auf 18 Grad eingestellt?", dann auf's Display schaut und sieht, dass es 27° sind! Ich glaube in der Schweiz wäre man froh, wenn man 27° hätte, um Baden gehen zu können!
Und auch sonst möchte ich nicht wissen, wie viele Liter Schweiss ich hier schon verloren habe - aber es ist viel! Teilweise schwitz man auch nur schon, ohne dass man überhaupt etwas macht, bspw. beim Laufen oder sitzen. Es läuft richtiggehend runter - ganz zu schweige, wenn man etwas tragen oder machen muss!
Im Velodrome, das offen ist - und worüber wir natürlich unglaublich froh sind, da man es ja sonst vielleicht sogar noch kühlen könnte - ist es wohl gut 40° heiss! Schön, wenn man darin einen ganzen Tag verbringen kann...
Aber glücklichwerweise hat es genügend zu trinken, überall Behälter mit Eis und so hat man wenigstens die Möglichkeit, genügend zu trinken.

Zum Schlafen komme ich zur Zeit leider nur wenig. Es gibt wirklich immer etwas zu tun und bis jetzt kam ich noch nicht oft vor 1:00 am Morgen ins Bett. Wer also denkt, dass ich einen Schoggi-Job hier habe - nein, im Moment eher nicht. Aber so lange der Erfolg stimmt, mache ich das gerne. Und da nach den Strassenfahrern auch die Biker zwei Medaillen holten, fällt die sportliche Bilanz extrem positiv aus.

Auch gestern morgen stand wiederum eine Pasta-Party bei uns auf dem Balkon auf dem Prorgamm, dieses Mal aber "erst" um 06:00 - vergleichsweise späht ;)

In den kommenden Tagen stehen noch die Bahn-Wettkämpfe auf dem Programm und am Samstag folgt das Mannschaftszeitfahren auf der Strasse. Dies wird unser letzter Wettkampf sein und ich hoffe, dass ich danach Zeit finden werde, um auch noch Wettkämpfe von anderen Sportarten besuchen und unsere Schweizer Athleten anfeuern zu können!

Ansonsten geht es hier im Athletes Village immer noch wie in einem Bienenhaus zu und her. Aber das erstaunt ja auch nicht wirklich, schliesslich sind nun fast alle Athleten und Betreuer hier und dies sind total ca. 13'000 Personen!

Ich habe überigens einmal gehört, dass rund 1 Million Volunteers im Einsatz sind! Eine riesige Zahl, jedoch erstaunt mich dies nicht einmal, denn es hat wirklich auch überall extrem viele Leute, die da sind um zu helfen. Allerdings können sie einem auch ganz schön auf die Nerven gehen, wenn man etwas braucht oder hat, dass nicht ganz genau so ist, wie es in ihren Vorgaben steht. Da sind sie dann jweils sehr schnell überfordert und es geht 10 Sekunden und schon stehen 8 Personen um einem herum und sprechen alle nervös auf Chinesisch miteinander. Dann funkt oder telefoniert einer. Man braucht also viiiiiiiel Geduld! Sicherheitstechnisch ist alles extrem abgeriegelt - zum Teil zu stark. So konnten wir beispielsweise nicht eine Schere zum Strassenrennen mitnehmen, obwohl diese dem Physio war, da dies als Messer "angesehen" wird und somit nicht durch die Eingangskontrolle kam...

Die Eröffnungsfeier war auch unglaublich. Ein riesen Spektakel und wirklich ein einmaliges Erlebnis, da einzulaufen. Youtube funktioniert leider nicht gut hier und deswegen kann ich euch keine "tipps" geben, aber ich hoffe, der hier gibt einen kleinen Eindruck und sonst müsst ihr halt selbst einmal mit den Begirffen "Opening Ceremony Universiade 2011" oder so suchen - es gibt einen mit 28Min. länge. Dies sollte euch einen Einblick geben, was für ein riesen Spektakel dies war!

http://www.youtube.com/watch?v=fZufBEvPUEc

13.08.2011 – What a day!


Wow, was war das für ein Tag! Er hat früh begonnen – und verlief sehr erfolgreich. Aber ich beginne am besten der Reihe nach...

Begonnen hat der Tag exakt um 04:00 – und dies gerade einmal nach zwei Stunden Schlaf. Da wir am Abend zuvor an der Eröffnungsfeier waren, kamen wir leider erst um 00:30 zurück ins Village und da musste noch kurz ein Velo versorgt und sonst ein paar kleine Sachen erledigt werden, so war es dann halt einmal mehr 02:00 bis ich ins Bett kam. Dass wir bereits wieder um 04:00 aufstehen mussten lag daran, dass der Start für das Strassenrennen der Frauen bereits um 07:30 war. Und das bedeutet wiederum, dass die Fahrerinnen um 04:30 ihr Frühstück brauchen – welches im Radsport ja bekanntlich aus einem grossen Teller Spaghetti besteht. Obwohl der Food Court 24/7 geöffnet ist, lässt das Pasta-Angebot morgens um halb fünf etwas zu wünschen übrig und so haben wir uns bereits im Vorfeld dazu entschlossen, selbst zu kochen. Und so wurde kurzerhand unser Balkon/Lavabo zur Küche umfunktioniert! Pasta-Party morgens um 4 à la Suisse!

Das Rennen verbrachte ich in der Verpflegungszone, Beni sass im Auto zusammen mit unserem Mech Marius. Die Verpflegungszone stellte sich als ziemlicher Backofen heraus – voll in der Sonne und ca. 35°... ich glaube für uns selbst war das Trinken wohl genau so wichtig wie für die Fahrer selbst, schliesslich stand ich insgesamt rund 7 Stunden da.

Und im Strassenrennen der Herren gab es dann den grossen Coup! Wir konnten nach einem perfekten Rennen einen Doppelsieg feiern! Bernhard Oberholzer gewann vor Patrick Schelling – wie super ist das Gefühl, wenn man zusammen über die Ziellinie fahren kann. Aber das ganze Rennen verlief wirklich perfekt aus taktischer Sicht – alles so, wie es sein sollte!

Die Freude war natürlich riesig im ganzen Team und nach diversen Ehrungen, sonstigen Zeremonien, Dusche und Nachtessen schafften wir es um 11:00 dann sogar noch auf ein Bier... und so ging der Tag dann irgendwann gegen 1:00 zu Ende... und ja, ich schlief ziemlich schnell ein!


Sonntag, 14. August 2011

Die ersten Eindrücke




Irgendwie wurde hat sich in den letzten 24 Stunden einiges geändert – es wurde alles „ein bisschen“ grösser!

So gelang ich innerhalb von nur einem Tag von einem Dorf mit 1'300 Einwohnern im Thurgau in eine Chinesische Stadt mit 13'000'000 Einwohnern! Ein ziemlicher Unterschied... Es ist einfach nur gigantisch und sehr eindrücklich, welches Bild sich einem hier zeigt. Bereits im Bus vom Flughafen in Hong Kong nach Shenzhen konnten wir einen ersten Blick auf die Skyline von Hong Kong werfen – sehr eindrücklich! Danach ging die Fahrt weiter bis an die Grenze von Hong Kong nach China. Da hiess es dann noch einmal alles aus dem Bus ausladen und durch den Zoll transportieren – macht Spass mit 14 Kartons! Zudem sei angemerkt, dass die Temperatur hier ca. 35% und die Luftfeuchtigkeit im tropischen Bereich liegt... d.h. das T-Shirt ist ziemlich schnell einmal nass!

Wie die Stadt Shenzhen selbst ist auch das Athletes Village riesig. Wobei dies nicht erstaunt, da es rund 13'000 Leute beherbergen muss. Wir Schweizer haben in unserem Haus, das 17 Stockwerke hat, rund dreieinhalb Stockwerke belegt – mit Schweizerfahnen am Balkon versteht sich. Die Zimmer sind ziemlich lustig, da der Balkon gleichzeitig auch Lavabo und Dusche/WC ist. Jedoch ist es dadurch beim Zäneputzen so heiss, dass ich dafür auch gerne mal ins Zimmer rein gehe, da es dort klimatisiert ist J


Die Dining Hall ist gerade vis-à-vis von unserem Haus, wobei es eigentlich zwei sind. Das Angebot ist riesig, von Muslim bis International und Mediteran. Und das Essen ist eigentlich auch ziemlich gut. Das ganze ist 24/7 geöffnet und als Special: Es hat auch einen McDonalds in der grösseren Food Hall! Und alles gratis, versteht sich...!


Leider macht jedoch das Wetter nicht wirklich mit. Im Moment regnet es sicherlich 4 bis 5 Mal am Tag ziemlich stark – die Abflüsse sind dann gleich am überlaufen und es gibt einen ziemlichen Bach auf jeder Treppe. Das beste Schuhwerk sind im Moment definitiv Flip Flops.... und den Schirm sollte man auch immer dabei haben!



Fotos folgen, mehr Blogs auch... hab im Moment leider ziemlich gar keine Zeit!

Montag, 8. August 2011

Ein "bisschen" Gepäck

und eigentlich habe ich mir doch geschworen NIE mehr mit einem Velo ins Ausland zu fliegen und den ganzen Stress zu haben.... aber eben, manchmal kommt es anders im Leben! Und als Disziplinenchef Radsport kommt man wohl kaum darum herum...
Aber wie ihr euch vorstellen könnt, dauert es seine Zeit und kostet es ein bisschen Nerven, bis das ganze Material verpackt ist - das Resultat: 14 Kartons mit Material!
Let's hope the gonna make it to China!

immerhin habe ich das individuelle Packen langsam
aber sicher im Griff! De Telefonjasser us em Thurgau, agseit 20, gmacht 19.8 - macht Differenz 0.2 Kg... gaht i.o!

Die Reise hat begonnen...

Tja, wer würde wohl darauf tippen, dass an dieser einsamen Postauto-Haltestelle eine Reise beginnt, die in Hong Kong bzw. Shenzhen enden wird? Wohl kaum jemand... aber zugegeben, es sieht auch nicht gerade aus, also ob dies das Tor zur Welt sei!

Aber hey, mit dem Auto oder Taxi zum Flughafen kann ja jeder, pff...! Wer Noch Stil hat in dieser Welt, reist mit dem Postauto, oder auch besser bekannt unter Insidern als Poschi!

Übrigens: auch mit der iPhone-App der SBB lässt sich noch kein Ticket von Warth, Post nach Hong Kong lösen - Sauerei! Wo bleibt der Kundennutzen?!? :)

Logbook entry Nr. 1

A brief translation of my plans for all my friends who don't speak German, yeah there are some of them out there in the world!

My adventure will start tonight at 22:45pm at the airport of Zurich. And this adventure can be splitted up in three parts:

Part 1: Universiade in Shenzhen, China from August 8th - Sept. 1st
The Universiade is the second biggest sport event after the Olympic Summer Games, concerning the number of athletes competing. I'm not sure what will expect me in the next couple of weeks, but I guess it's going to be biiig!

Part 2: Exchange semester in Kingston, Canada from Sept. 4th - Dec. 24th
After being home in Switzerland for four days, my journey goes on and I'm going to catch the plane for Torornto. I'll spend an exchange semester at Queen's University and I guess this is going to be pretty legendary too...

Part 3: Travelling through Southeast-Asia and Oceania from Jan. 7th - Feb. 22th
As this wouldn't be enough, I won't stay home for a long time. At the beginning of January, I'll continue to explore the world! Together with my friend Schelling we will travel around between Bangkok and New Zealand - where exactly isn't determined yet.

So guys, I’ll be gone for the moment, hope to see you all when I’m back and stay tuned to this blog if you want to be updated!

Cheers,

Simon

Sonntag, 7. August 2011

Logbucheintrag Nr. 1

Aktuelle Position: Warth, Schweiz; 47.59° Nord, 8.88° Ost.

In knapp 24 Stunden, am Montag Abend 22:45 MEZ beginnt es, mein Abenteuer. Dieses lässt sich in drei Akte aufteilen:

1. Akt: Universiade in Shenzhen, China. Zeitraum: 8. Aug. bis 1. Sept.

Die Universiade ist der zweitgrösste Sportanlass der Welt nach den olympischen Sommerspielen, gemessen an der Anzahl Athleten. Sie stellt das Pendant zu den Olympischen Spielen dar, jedoch mit der Einschränkung, dass nur Studenten teilnehmen dürfen. Ehrlich gesagt weiss ich nicht so ganz, was in den nächsten gut drei Wochen auf mich zukommen wird... aber ich habe das Gefühl, dass es ziemlich BIIIIIIIG wird!

2. Akt: Austauschsemester in Kingston, Kanada. Zeitraum: 4. Sept. bis 24. Dez.

Nach einem knapp viertägigen Aufenthalt in der Schweiz wird es Anfang September gleich weitergehen nach Kanada, wo ich mein Austauschsemester an der Queen’s University verbringen werde. I guess it’s gonna be pretty legendary too!

3. Akt: Reisen in Thailand, Vietnam, Philippinen, Australien und Neuseeland. Zeitraum: 7. Jan. bis 22. Feb.

Als ob ich dann noch nicht genug gesehen hätte, geht es Anfang 2012 noch einmal weg – in good company mit Schelling! Auf dem Programm steht grundsätzlich alles, was südöstlich zwischen Bangkok und Bluff (NZ) liegt und sich irgendwie bereisen lässt. Wo es uns genau hintreiben wird, lässt sich zur Zeit noch nicht genau sagen. Aber ich bin mir sicher, dass wir eine gute Wahl treffen werden – und der Party-Konvoi wird wohl kaum zu kurz kommen!

So guys, I’ll be gone for the moment, hope to see you all when I’m back and stay tuned to this blog if you want to be updated!

Cheers,

Simon