Wie merkt man, dass es draussen heiss ist? Unter anderem, wenn man ins Zimmer kommt, in welchem man eine Klimaanlage hat und denkt "boah ist das kalt hier drin, welcher Idiot hat das Ding wieder auf 18 Grad eingestellt?", dann auf's Display schaut und sieht, dass es 27° sind! Ich glaube in der Schweiz wäre man froh, wenn man 27° hätte, um Baden gehen zu können!
Und auch sonst möchte ich nicht wissen, wie viele Liter Schweiss ich hier schon verloren habe - aber es ist viel! Teilweise schwitz man auch nur schon, ohne dass man überhaupt etwas macht, bspw. beim Laufen oder sitzen. Es läuft richtiggehend runter - ganz zu schweige, wenn man etwas tragen oder machen muss!
Im Velodrome, das offen ist - und worüber wir natürlich unglaublich froh sind, da man es ja sonst vielleicht sogar noch kühlen könnte - ist es wohl gut 40° heiss! Schön, wenn man darin einen ganzen Tag verbringen kann...
Aber glücklichwerweise hat es genügend zu trinken, überall Behälter mit Eis und so hat man wenigstens die Möglichkeit, genügend zu trinken.
Zum Schlafen komme ich zur Zeit leider nur wenig. Es gibt wirklich immer etwas zu tun und bis jetzt kam ich noch nicht oft vor 1:00 am Morgen ins Bett. Wer also denkt, dass ich einen Schoggi-Job hier habe - nein, im Moment eher nicht. Aber so lange der Erfolg stimmt, mache ich das gerne. Und da nach den Strassenfahrern auch die Biker zwei Medaillen holten, fällt die sportliche Bilanz extrem positiv aus.
Auch gestern morgen stand wiederum eine Pasta-Party bei uns auf dem Balkon auf dem Prorgamm, dieses Mal aber "erst" um 06:00 - vergleichsweise späht ;)
In den kommenden Tagen stehen noch die Bahn-Wettkämpfe auf dem Programm und am Samstag folgt das Mannschaftszeitfahren auf der Strasse. Dies wird unser letzter Wettkampf sein und ich hoffe, dass ich danach Zeit finden werde, um auch noch Wettkämpfe von anderen Sportarten besuchen und unsere Schweizer Athleten anfeuern zu können!
Ansonsten geht es hier im Athletes Village immer noch wie in einem Bienenhaus zu und her. Aber das erstaunt ja auch nicht wirklich, schliesslich sind nun fast alle Athleten und Betreuer hier und dies sind total ca. 13'000 Personen!
Ich habe überigens einmal gehört, dass rund 1 Million Volunteers im Einsatz sind! Eine riesige Zahl, jedoch erstaunt mich dies nicht einmal, denn es hat wirklich auch überall extrem viele Leute, die da sind um zu helfen. Allerdings können sie einem auch ganz schön auf die Nerven gehen, wenn man etwas braucht oder hat, dass nicht ganz genau so ist, wie es in ihren Vorgaben steht. Da sind sie dann jweils sehr schnell überfordert und es geht 10 Sekunden und schon stehen 8 Personen um einem herum und sprechen alle nervös auf Chinesisch miteinander. Dann funkt oder telefoniert einer. Man braucht also viiiiiiiel Geduld! Sicherheitstechnisch ist alles extrem abgeriegelt - zum Teil zu stark. So konnten wir beispielsweise nicht eine Schere zum Strassenrennen mitnehmen, obwohl diese dem Physio war, da dies als Messer "angesehen" wird und somit nicht durch die Eingangskontrolle kam...
Die Eröffnungsfeier war auch unglaublich. Ein riesen Spektakel und wirklich ein einmaliges Erlebnis, da einzulaufen. Youtube funktioniert leider nicht gut hier und deswegen kann ich euch keine "tipps" geben, aber ich hoffe, der hier gibt einen kleinen Eindruck und sonst müsst ihr halt selbst einmal mit den Begirffen "Opening Ceremony Universiade 2011" oder so suchen - es gibt einen mit 28Min. länge. Dies sollte euch einen Einblick geben, was für ein riesen Spektakel dies war!
http://www.youtube.com/watch?v=fZufBEvPUEc