Montag, 22. August 2011

Discovering the other side...



Nachem wir seit Samstag den letzten Wettkampf durch haben, entdecken wir langsam, was es ausserhalb des Villages und des Velodromes noch so zu sehen gibt! Unser "culture-clash" begann mit einem richtigen chinesischen Essen - ich kenne nun also auch den Unterschied zwischen dem "europäischen" Chinese Food und dem "Richtigen". Dieser besteht darin, dass zum einen grds. ALLES gegessen wird und zudem auch noch alles davon. Wenn man bei uns also bspw. Ente bestellt, kriegt man quasi das Filet, wohingegen man hier gleich das ganze Ding kriegt, grds. immer auch mit dem Kopf und Füssen etc dazu. Dies hat zur Folge, dass man etwas vorsichtig sein muss, wenn man herzhaft in ein Stück Fleisch reinbeissen will, da es eigentlich immer noch Knochen, Knorpel oder anderes Zeugs dran hat. Ich weiss ehrlich gesagt nicht, was wir alles gegessen haben - nein, Hund wohl nicht, aber es war einiges dabei!
Eingeladen wurden wir vom CEO von CCN, dem Ausrüster unserer Raddresses, und nach dem Nachtessen gings dann noch weiter... so gab es eine erste Einführung in chinesische Trinkspiele und das Nightlife - Fazit: it was a blast.

Daneben hatten wir nun endlich Zeit, die Stadt Shenzhen das erste Mal zu erkundigen. Wir fuhren mit dem Bus in die Stadt und da wir noch nichts gegessen hatten, mussten wir erst einmal "den Tank füllen" - da es allerdings nicht ganz einfach war, etwas "normales" zum Frühstück zu bekommen und wir nicht in irgend ein chinesisches Restaurant wollten (da man uns davon abgeraten hatte), entschieden wir uns für den KFC - jaja, etwas offen für neue Kulturen muss man ja sein ;)

Shopping stand auch ein wenig auf dem Programm - allerdings hielt sich meine Ausdauer diesbezüglich ziemlich in Grenzen. Die Mall mit all den gefakten Artikeln war zwar lustig, allerdings hat man es nach 20 Minuten gesehen, da es eh auf jeder Etage 10 Mal das Gleiche gibt: Elektronik, Schuhe, Tücher, T-Shirts und Uhren. Bei den Uhren war es übrigens noch ganz witzig: da ich ja ab März bei IWC arbeiten werde, nahm es mich wunder, wie gut die Fälschungen hier sind. Deswegen wollte ich einmal ein paar Modelle anprobieren. Das Angebot war zwar riesig im Katalog, allerdings dauert es rund 20 Minuten bis sie dann das jeweilige Modell auch tatsächlich in ihrem 1.5 x 3 Meter-Laden haben - und dazu hatte ich keine Lust. Als sie allerdings meine Tag Heuer am Handgelenk entdeckte schaute sie schon sehr genau hin und fragte, ob ich diese hier gekauft hätte. Als ich ihr dann klar machte, dass dies keine Fälschung sei sondern ein Original, glaubte sie mir dies nicht und deshalb drückte sie mal auf den Knopf auf der Seite für den Chronographen - und als sich dann plätzlich der Zeiger bewegte, schaute sie mich ziemlich verdutzt an... ich glaube, sie hat zum ersten Mal gesehen, wie so eine Stoppuhr funktioniert :) Die werden sich wohl auch immer gefragt haben beim fälschen, wieso es bloss diese blöden Knöpfe auf der Seite gibt, haha.


Auch sporttechnisch konnten wir den Horizont noch etwas erweitern. Zum einen machten wir einen Besuch in der Schwimmhalle, zum anderen stand auch das Finale im Basketball der Herren zwischen Kanada und Serbien auf dem Programm, was leider von Letztgenannten gewonnen wurde. Allerdings blieb das Spiel unter meinen Erwartungen. Habe mir schon etwas mehr erhofft, als ich gehört habe, dass bspw. die USA drei NBA-Drafts mit im Team haben - hat ihnen allerdings nichts genützt, da sie bereits im Viertelfinal ausgeschieden sind.
Das Highlight war aber klar das Final der Frauen im Beachvolleyball - natürlich nur aufgrund des hohen technischen Niveaus dieser Sportart, was denn sonst?!? Allerdings war es gefühlte 50° warm auf dieser Tribüne, die voll in der Sonne war! Aber der Typ in diesem Maskottchen-Kostüm hatte definitiv noch den härteren Tag! :p

Das Village hat sich in der Zwischenzeit zu einem grossen Bazar gewandelt - jeden Abend wird fleissig alles getauscht, was irgendwo eine Flagge oder einen Namen drauf hat. Dabei geht es wirklich sehr lustig zu und her: Die Afrikaner machen Musik und singen, um ihre Sachen zu verkaufen. Die Hong Kong Chinesen haben fast schon einen professionellen Stand aufgestellt, in dem sie fast alles anbieten. Die schweizer Sachen sind ziemlich beliebt - mein absolutes Highlight war ein Afrikaner, der unsere Velo-Regenjacke trug, welche richtiggehend leuchtete. Er sah zwar nicht so aus, als würde er die Regenjacke bei sich zu Hause jemals brauchen können, aber ich sah wohl noch nie einen glücklicheren Menschen in einer Regenjacke als ihn :) Werde versuchen, das Bild asap hochzuladen!

Mit dem Internet im allgemeinen und Blog und Facebook im besonderen ist es hier nicht ganz einfach, da dies zensiert ist und so muss man immer über den eigenen Laptop und den VPN Client rein. Deshalb und vor allem auch aufgrund des doch eher straffen zeitlichen Programms (bspw. um 09:00 ein DC Meeting, wenn man vom Ausgang nach Hause kommt... pff!) gab es leider etwas weniger News als ich das einmal geplant hatte. Die nüchternen Momente werden zur Zeit anders genutzt ;)

Seit Mittwoch Morgen um 05:15 und 45 Minuten Schlaf (Schlussfeier in der Stadt, McDonalds im Village, Bier, Packen, letztes Trading von Kleidern) bin ich nun noch eine Woche durch China am reisen mit Schluss in Hong Kong. Dazu wird es hoffentlich bald mehr zu lesen geben.

Das wärs also einmal für den Moment aus dem chinesischen Hinterland! cya