Freitag, 2. September 2011

Part 1 - Mission erfüllt!

Der erste Teil meiner Reise ist bereits zu Ende. Was am 8. August an der Posthaltestelle begann, findet am Flughafen in Hong Kong sein Ende. Dazwischen konnte ich drei sehr ereignisreiche Wochen in China verbringen. Deshalb folgt hier ein kleines Résumee mit Dingen, die mir geblieben sind.

Aus sportlicher Sicht verlief die Universiade überragend, da wir Radfahrer fünf Medaillen gewinnen konnten, was unsere Zielsetzung bei weitem übertrifft. Unsere Medaillen stellen gar 100% der ganzen Schweizer Delegation dar und ich gehe somit davon aus, dass sie ziemlich froh sind, uns mitgenommen zu haben.

Supersize me: Ich habe es bereits bei den ersten Eindrücken beschrieben: hier in Shenzhen war einfach alles ein bisschen grösser. Um sich die Dimensionen etwas besser vorstellen zu können, hier ein paar Eckdaten: Die Bevölkerung zählt rund 13 Millionen Personen und die Stadt hat einen Durchmesser von ca. 250 Km! Auch das Athletes Village war riesig und bot rund 13'000 Personen Platz. Dazu gehörten unter anderem auch zwei Food Halls, in einer der beiden gab’s einen 24h McDonalds zur freien Benützung – not bad. Und in diesen Foo Halls gab es sehr viel zu sehen! Von kleinen Kunstturnerinnen, welche wohl nicht alle das Mindestalter von 18 Jahren erfüllt haben, bis zu Volleyball- und Basketballteams, die jeweils in einer anderen Sphäre lebten – ein paar Stockwerke weiter oben. Dann aber auch von dick bis dünn, hell bis dunkel, blond bis schwarz und hübsch bis hässlich – es gab alles!

Was definitiv auch in Erinnerung bleiben wird, sind die Eröffnungs- und Schlussfeier. Hier übrigens der entsprechende Link dazu: http://www.youtube.com/watch?v=HiOYMXbPlBA&feature=player_embedded besonders empfehlenswert sind die ersten paar Minuten und dann natürlich bei 1h30min der Einmarsch der Schweizer Delegation! Ein riesen Aufwand und ein riesiges Spektakel, dass da geboten wurde – und wir mittendrin! Ich denke, dass dies wohl ziemlich einmalig ist, zumindest für mich. Und bei der Eröffnungsfeier wurde erneut gezeigt, welcher Aufwand für die Universiade hier in Shenzhen betrieben wird: Da die Eröffnungsfeier rund 1 Stunde per Auto vom Village entfernt stattfand, mussten alle Personen dahin transportiert werden. Zum einen ist das natürlich einmal ein ökologischer Schwachsinn, da das 60'000 Plätze umfassende Leichtathletikstadion nur 10min zu Fuss entfernt gewesen wäre. Zum anderen stellt dies eine sehr grosse logistische Herausforderung dar. Gelöst wurde das Problem wie folgt: Alle Personen wurden mit Cars dahin chauffiert (ich habe mal eine Zahl von insgesamt 2'300 Bussen gelesen, die für die Universiade im Einsatz waren) und damit es keinen Stau gab auf der Autobahn, wurde der Tag zum Feiertag ernannt und die Autobahn abgesperrt. Ähnliches gab es übrigens auch beim Mannschaftszeitfahren: Auch da wurde eine Autobahn gesperrt, damit das Zeitfahren darauf stattfinden konnte – auf zwei mal drei Spuren versteht sich!

Ja, und dann gab es da noch die anderen kuriosen Dinge im Dorf: Bspw. habe ich einmal einen Schirmständer entdeckt, der abschliessbar ist, damit der Schirm nicht geklaut wird. Das Ganze sah ähnlich aus wie ein Skiständer und man konnte dann den Schlüssel mitnehmen und der Schirm war sicher. Dann gab es Sicherheitskontrollen, welche wohl jeden Flughafen übertreffen – das kostete teilweise auch ganz schön Nerven. Essen und Trinken aus der Dining Hall zu schmuggeln war auch nicht ganz einfach, und auch das brachte mir einige lustige und ein paar mühsame Momente – aber schlussendlich schaffte ich es immer.

Der Bazar, wo alle Kleider getauscht wurden, war sicherlich auch ein Highlight, und ganz generell all die verschiedenen Kulturen, die auf einander trafen – und dabei kam es meines Wissens nie zu Streitereien o.Ä. Einzig einmal am frühen Morgen im McDonalds gab es so etwas ähnliches. Dieser war übrigens in den letzten Tagen jeweils der „place to be“ nach dem Ausgang und es ging teilweise sehr lustig zu und her.

Nach der Universiade ging es dann ja bekanntlich noch etwas ins „Hinterland“ was ebenfalls sehr spannend war und eine Reise, die ich nicht missen möchte.

Die letzten beiden Tage konnte ich noch in Hong Kong verbringen. Im Gegensatz zu Shenzhen hat Hong Kong zwar „nur“ rund sieben Millionen Einwohner, jedoch hatten wir unser Hotel Downtown (Waterloo Rd für Insider) und mir kam es also ganz schön eng und überfüllt vor. Dass HK zu jenen Städten gehört, von denen man sagt, dass sie niemals schlafen, kann ich nun ebenfalls nachvollziehen und bestätigen. Wenn man abends um 11 Uhr durch die Strassen läuft hat es immer noch unglaublich viele Leute und es ist vor lauter Leuchtreklamen fast so hell wie den Tag durch. Zudem wurde mir bewusst, dass die Schweizer Uhrenindustrie schon einen ziemlich guten Auftritt im Ausland hat und Swissness eine gute Reputation. Ich glaube ich habe noch nie so viele Uhrengeschäfte gesehen wie in HK!

Ansonsten haben wir natürlich das Übliche gemacht, was man halt so macht als Tourist in HK. Sprich Peak, einige Markets und Parks, Ausgang in LKF, eine Bootsfahrt im Hafen und natürlich die Lasershow am Abend. Wobei ich sagen muss, dass ich diese etwas überbewertet finde. Es hat mich auf alle Fälle jetzt nicht gerade aus den Socken gehauen – und hey, wir standen am besten Ort in der ersten Reihe! Vor allem die Musik erinnerte mich eher an eine Super-Marip Spiel als an eine Lichtshow. There’s some potential for improvement...

Tja, und so geht Part 1 am Flughafen in Hong Kong zu Ende. Und mit vielen neuen Bekanntschaften, neuen Eindrücken und v.a. 5 Medaillen und 5 Diplomen bei der Universiade kann ich sagen: Mission completed!