Mittwoch, 12. Oktober 2011

Mein erstes Thanksgiving - oder die Geschichte, wie ich den Vater von Wayne Gretzky traf

So viel vorne weg: Photos sind im nächsten Post weiter unten! (Irgendwie klappt das mit der Formatierung leider nicht so ganz, wie es sollte...)



Vergangenes Wochenende stand im kanadischen Kalender ein Feiertag von der Kategorie, wie man sie gerne hat: Jene, an denen am darauffolgenden Montag keine Uni ist! Und so stand ein verlängertes Wochenende bevor! Dieses wurde noch um einen Tag verlängert, da wir uns bereits am Donnerstag-Abend auf den Weg machten, Kanada zu entdecken. Wir? Ja, drei Finnen und ich. Bezüglich Trinkfestigkeit sollte ich dem Ruf nach also bestens aufgehoben sein für diesen Trip...

Erster Stopp am Donnerstag-Abend war Toronto. Da zeitgleich auch die NHL Saison losging, u.a. mit dem Spiel Toronto vs. Montreal, war das erste Ziel natürlich klar: So schnell als möglich eine Sportsbar finden! Fündig wurden wir in einem Exemplar, das dieser Bezeichnung mehr als nur gerecht wurde. Gleich neben dem Air Canada Center, dem Stadion der Toronto Maple Leafs, gab es eine Bar, die Sportlerherzen (und natürlich auch die von jenen stereotypischen Männern, die es lieben, ein Bier zu trinken, wenn sie Sport im Fernsehen schauen) höher schlagen lässt. Eine Vielzahl von kleineren Bildschirmen im ganzen Lokal verteilt – inkl. Toilette natürlich, damit man auch ja nichts verpasst – und dann noch eine seeeeeehr grosse Leinwand. Das Ganze zweistöckig und ziemlich gut besucht – I like it!

Der darauffolgende Tag (Freitag) wurde in touristischer Manier damit verbracht, die Stadt zu erkunden. Dazu gehörte natürlich ein Besuch des CN Towers, dem Wahrzeichen von Toronto (533m). Des Weiteren machte es aber auch grossen Spass, die einzelnen Viertel mit ihren sehr unterschiedlichen Facetten zu erkunden: Von der Hippie-Strasse, über den Ditillery District, das Banken Viertel mit den Hochhäusern, den Fashion District mit unzähligen Läden war es insgesamt sehr abwechslungsreich. Zum verspäteten Mittagessen gab es ein Déjà-Vu mit meinem Sommerprogramm: China Town! Endlich wieder einmal Ente und Reis ;) Und natürlich durfte auch ein Besuch in der Hall of Fame of Hockey nicht fehlen! Awesome...

Nach einer ziemlich feucht-fröhlichen Houseparty in Toronto (einer der Finnen kannte eine, die da eine Party schmiss, weil ihre Freundin Geburtstag hatte, und ihre Eltern nicht zu Hause waren – oder irgend so etwas... aber auch egal! Auf alle Fälle: so läuft es, wenn man unterwegs ist auf einem Roadtrip – die nächste Party ist nie weit J) ging es am nächsten Tag eher etwas gemütlicher los. Da wir über den ganzen Trip perfektes Herbstwetter hatten, lag da die Waterfront natürlich nur so auf der Hand, um sich etwas zu erholen. Und wenn ich hier sage „perfektes Wetter“, dann spreche ich von ca. 25° und purem Sonnenschein! Und das im Oktober in Kanada... pas mal!

So weit so gut, alles verlief nach Plan... tja, bis dahin! Denn um 16:00 wollten wir eigentlich unseren Trip fortsetzen nach Kitchener, wo das grösste Oktoberfest ausserhalb von München stattfand (nach Angaben des Organisators). Nur leider wurden unsere Pläne in dem Moment über den Haufen geworfen, als der eine Finne mit dem Auto unterwegs war und einen Autounfall baute. Nichts schlimmes, aber doch so, dass es eine ganze Weile dauerte, bis die Polizei kam, alle Protokolle geschrieben waren und abgeklärt war, ob das Auto noch fahrtüchtig war. Somit stand fest, dass wir eine Nacht länger in Toronto bleiben mussten und erst am nächsten Tag weiterreisen konnten. Das mag jetzt nicht so schlimm klingen - das Problem lag aber darin, dass es nicht ganz so einfach war, an Thanksgiving am Samstag-Abend in Downtown Toronto eine einigermassen günstige Unterkunft für vier Personen zu finden. Nur so viel: Es endete damit, dass wir zu viert in einem Doppelzimmer schliefen. Naja, gehört halt auch zu einem Roadtrip J

Doch was tut man, wenn die Lage eher besch...sen ist aufgrund durchkreuzter Pläne und die Laune entsprechend nicht gerade auf einem Allzeithoch ist? Richtig, man versucht einfach das Beste aus der Situation zu machen! Und hey, wir waren ja immerhin in Toronto. Ach und ja, genau, da war ja noch das zweite NHL Spiel der Leafs an diesem Abend. Kurz entschlossen kaufte ich für 40$ ein Ticket auf dem Schwarzmarkt und ging mit dem einen Finnen an den Match. Und hey, es hat sich definitiv ausbezahlt! Endresultat: 6:5 für Toronto gegen Ottawa... es war also einiges los! Tja, und so gab es anstelle eines Turkeys halt einen Hotdog und ein NHL Spiel zu Thanksgiving... wie gesagt, es ist einfach wichtig, dass man immer das Beste aus der Situation macht!

Da man für 40$ bekanntermassen aber nicht die besten Plätze im Stadion bekommt, versuchte ich die Sitzgelegenheit etwas zu „optimieren“ und schlich mich deshalb nach der zweiten Pause im ersten Stock bei einem Eingang rein. Zu meinem Erstaunen klappte das ohne weitere Probleme, doch nun ging es darum, möglichst lange da bleiben zu können! Da ich meine Spiegelreflexkamera dabei hatte und es ein paar Fotografen da hatte (keine Professionellen, aber doch solche mit einer Akkreditierung), mischte ich mich unter diese. Und hey, ich schaffte es immerhin 12 Minuten J Und jetzt kommt der Teil der Geschichte, wo ich den Vater von Wayne Gretzky traf. Denn dieser hatte an diesem Tag Geburtstag und schrieb nach der Pause Autogramme neben „meinem Stand“ – ich konnte mit ihm zusammen aber leider kein Foto machen, da sonst ja meine Deckung aufgefallen wäre ;) Aber hey, wer kann schon sagen, dass er den Vater von „The Great One“ getroffen hat?!?

Am nächsten Tag (Sonntag) ging es dann weiter in Richtung Niagara Falls, unserem nächsten Ziel. Da Kitchener auf dem Weg lag, machten wir doch noch kurz einen Abstecher dahin und tranken ein Bier in einem der Festzelte. Naja, war jetzt nicht so, dass wir das Gefühl hatten, da wahnsinnig viel verpasst zu haben... Also möglichst schnell weiter zu den Falls! Da im Staat New York das Glücksspiel verboten ist, gibt es auf der Kanadischen Seiten ein paar Casinos und auch sonst ist es ein wenig ein kleines Las Vegas. Nach einer ersten Besichtigung der Wasserfälle und einem guten Thanksgiving-Dinner in einem Steakhouse ging es ohne Party ins Bett, dafür am nächsten Morgen früh aus den Federn, um den Sonnenaufgang über den Falls zu sehen – was sich definitiv gelohnt hat!

Danach machten wir noch die Bootstour unter den Wasserfällen, was ebenfalls sehr eindrücklich war – und auch etwas nass! Am Nachmittag fuhren wir dann mit dem Auto dem Fluss entlang in Richtung Lake Ontario und machten da einen Stopp, um das wunderbare Herbstwetter zu geniessen und einen kleinen Wandertrip entlang dem Fluss zu machen. Auch dieser Trip endete etwas abenteuerlicher, als wir uns das vorgestellt haben, da die Wege sehr schlecht beschrieben waren, der Name „Weg“ teilweise nicht wirklich viel mit diesen Steinen zu tun hatte und unser Schuhwerk bestenfalls in die Kategorie „Amateur“ gehörte. Aber schlussendlich sind wir heil wieder beim Auto angekommen und nach der Rückfahrt nach Kingston kann ich sagen, dass mein erstes Thanksgiving wirklich alles andere als lan