Dienstag, 22. November 2011

November aka Movember

November aka Movember

Phu, ganz schön viel Zeit vergangen seit meinem letzten Blog-Eintrag! Der Grund dafür liegt jedoch nicht primär darin, dass nichts passiert wäre in den vergangenen Wochen. Zum einen stand einiges an Arbeit für die Uni an, dies gekoppelt mit meiner Bachelorarbeit macht bereits einmal ein gewisses Pensum aus – über das ich allerdings nicht schreiben werde auf diesem Blog, da dies definitiv zu langweilig wäre. Zum anderen waren aber ich diverse andere Aktivitäten angesagt, wobei für einmal mehrheitlich in Kingston.

Auf alle Fälle erlebte ich nach meinem ersten Thanksgiving auch meinen zweiten typischen Nordamerikanischen „Anlass“: Halloween! Was in der Schweiz teilweise als etwas nervig und „Veramerikanisierung“ angesehen werden kann, kann hier natürlich hemmungslos gefeiert werden. Auch wenn ich an dieser Stelle sagen muss, dass meine beiden Kostüms (einmal als Stu von Hangover II und einmal als Luigi) schon nicht ganz mit dem Mithalten konnte, was die anderen an Zeit (und evtl. auch Geld) investierten – aber hey, ich hatte ja schliesslich auch noch Midterms zu schrieben und somit keine Zeit zum basteln! (gute Ausrede, oder?) Da Halloween in diesem Jahr an einem Montag war, bedeutete dies sogleich auch ein langes Party-Weekend... und ja, eine Party am Montag macht die Woche nicht unbedingt produktiver :)

Nebst der ganzen Trinkerei – und nein, ich mache auch noch andere Sachen! – versuche ich natürlich auch den sportlichen Ausgleich nicht ganz zu vernachlässigen. Dieser besteht aus Joggen, Badminton, Gym und einem wöchentlich stattfindenden „Duell der Ehre“ gegen meinen Österreichischen Freund Chris. Leider muss an dieser Stelle aber gesagt werden, dass die Statistik alles andere als gut für die Schweiz aussieht – sorry! Zu meiner Entschuldigung darf ich aber sagen, dass ich materialtechnisch, trainingsmässig und gemäss Körpergrösse auch deutlich benachteiligt bin. Tja, und manchmal kann halt nicht einmal Kampfgeist so viel wegmachen ;)
Das Einzige, was mir eigentlich fehlt hier drüben in Bezug auf Sport ist: Eishockey! Was ja eigentlich ziemlich zynisch ist, da ich mich zur Zeit im Mutterland des Eishockeys aufhalte. Aber da ich meine Ausrüstung nicht mitgenommen habe und es auch sonst noch keine Outdoor-Rinks gibt, die geöffnet sind, muss ich zur Zeit leider darauf verzichten. Aber ich muss sagen, dass mir die Gekkos schon ein bisschen fehlen – war ne gute Zeit letzte Saison!

Doch auch wenn das Eishockeyspielen etwas zu kurz kommt, so konnte ich doch wenigstens ein neues NHL-Stadion zu meiner Liste hinzufügen: Scotiabank Stadium, Heimstädte der Ottawa Senators. Denn vor zwei Wochen stand ein Wochenendausflug nach Ottawa mit einer grossen Gruppe von anderen Austauschstudenten auf dem Programm. Wir hatten ein super Wochenende – nicht zuletzt auch dank des perfekten Herbstwetters, das wir über die beiden Tage hatten und Ottawa zu einer sehr schönen Stadt machte. Natürlich war auch das NHL Spiel ein weiterer guter Grund für unseren erfolgreichen Ausflug, dieses mal bekamen wir sogar ein Shoot-out zu sehen. Allerdings war es betreffend Stimmung schon nicht ganz so top wie mein letztes Spiel in Toronto...

Bezüglich Stimmung hoffe ich aber, dass dieses Wochenende neue Massstäbe setzen wird, da ich im Moment gerade im Bus auf dem Weg nach Montreal sitzen. Mal schauen, was das Bell Center und die Montreal Canadiens zu bieten haben werden!

Um noch den Bezug zum Titel herzustellen: November wird in einigen englischsprachigen Teilen der Welt seit einigen Jahren auch Movember genannt. Dies deshalb, da viele männliche Exemplare während diesem Monat mit einem Schnauz anzutreffen sind (mit Ausnahme der Asiaten – eigentlich diskriminierend, oder?! :)). Grund dafür ist, dass man dadurch auf Prostatakrebst, die meistverbreitete Krankheit bei Männern, aufmerksam machen und Geld für die Bekämpfung sammeln will. Weitere Informationen dazu unter: http://ca.movember.com/about/

Auf alle Fälle ist es sehr lustig, da man wirklich sehr viele Studenten mit Schnauz sieht, teilweise auch mit wirklich guten Kreationen. Ich bezweifle zwar, dass die Freundinnen da jeweils ebenso viel Freude haben, wie die Jungs. Es versteht sich von selbst, dass auch ich für solche Sachen leicht zu begeistern bin ;)

Nebst dem Anpassen an die hiesige Kultur darf ich aber auch behaupten, dass ich auch in die andere Richtung aktiv bin. Zum einen durch eine Oktoberfest-Party, die ich „gehostet„ habe und die durchwegs als „epic“ bezeichnet werden kann. Zum anderen aber auch kulinarisch durch ein gemütliches Fondue – wenn auch etwas improvisiert mit normalen Gabeln und aus der Pfanne. Aber es hat trotzdem sehr gut geschmeckt!

Jetzt gehe ich also mal auskundschaften, was Montreal so zu bieten hat – und was von meinem Französisch noch übrig ist! On y va...